Unter dem Motto „Engagement schafft Zusammenhalt“ wurde beim Ehrenamtstag 2026 deutlich, wie vielfältig das Engagement in Königswinter ist und wie sehr es das Miteinander in der Stadt prägt. Rund 30 Vereine, zahlreiche Engagierte und viele interessierte Besucherinnen und Besucher kamen am 14. März in der Aula Oberpleis zum Ehrenamtstag Königswinter zusammen.
Zur Eröffnung blickte der Vorsitzende des Forum Ehrenamt, Jochen Beuckers, auf die Geschichte des Ehrenamtstags in Königswinter zurück. Seit 2009 findet er alle zwei Jahre statt und ist inzwischen zu einer festen Tradition geworden. Für den gesellschaftlichen Zusammenhalt sei es entscheidend, Begegnung zu ermöglichen. Beuckers rief das Publikum auf, nach rechts und links zu gucken: „Wer sitzt da eigentlich neben mir? Dieser Tag ist auch eine Einladung, sich miteinander zu beschäftigen und zu sehen, wie man sich gegenseitig unterstützen kann“, so Beuckers.

Genau dafür bot der „Markt der Vereine“ die Gelegenheit: Rund 30 Vereine, Initiativen und Organisationen aus Königswinter und Umgebung präsentierten ihre Arbeit. Engagierte und Besucherinnen und Besucher nutzten die Gelegenheit, miteinander ins Gespräch zu kommen, Gemeinsamkeiten zu finden und Neues zu erfahren.
„Gemeinsam kriegen wir was geschafft. Das macht Spaß und das macht Sinn.“ – Markus Hoitz, Pfarrer
Zunächst stand jedoch das Podiumsgespräch im Mittelpunkt: Barbara Costanzo (Forum Ehrenamt), Helmut Duschanek (Bürgerverein Uthweiler), Pfarrer Markus Hoitz und Julia Mülhausen (Klimagruppe Königswinter) diskutierten zum Thema Zusammenhalt und Engagement, moderiert von Silke Florijn.
Anhand persönlicher Erfahrungen aus ihren breit gefächerten Engagements schilderten die Podiumsgäste, wie Engagement Menschen verbindet. Helmut Duschanek berichtete vom Karneval, Flohmärkten und Kinderfesten, die gerade in einem Ortsteil ohne zentralen Ortskern ein wichtiger Treffpunkt sind. Markus Hoitz zog den Vergleich zur Feuerwehr: Im Alltag arbeiten viele Gruppen eigenständig, doch wenn Hilfe gebraucht wird, halten alle selbstverständlich zusammen. Auch viele Feste und Veranstaltungen in den Ortsteilen wären ohne dieses gegenseitige Miteinander gar nicht möglich. Julia Mülhausen machte deutlich, dass sie die Arbeit der Klimagruppe vor Ort als ausgesprochen konstruktiv erlebt. Statt Polarisierung stehe das gemeinsame Gestalten im Vordergrund.

„Wenn man sich vernetzt, kann man viel bewegen.“ – Julia Mülhausen, Klimagruppe Königswinter
Für alle Podiumsteilnehmenden war klar: Ehrenamt hat das Potenzial, Brücken zwischen Menschen zu schlagen. Barbara Costanzo betonte, dass Vielfalt das Leben bereichere und den eigenen Horizont erweitere. Helmut Duschanek hob hervor, dass gerade kleinere Veranstaltungen oft besonders wertvoll seien: Während große Feste häufig bestehende Gruppen zusammenbringen, entstehen in kleineren Runden neue Begegnungen und manchmal sogar neue Freundschaften.
„Ein Teil von etwas zu sein und mitmachen zu können – das gibt einem was.“ – Helmut Duschanek, Ortsverein Uthweiler

Auch die Herausforderungen des Ehrenamts wurden offen angesprochen. Steigende bürokratische Anforderungen, immer komplexere rechtliche Rahmenbedingungen und die Gefahr, dass langjährig Engagierte an ihre Belastungsgrenzen kommen, beschäftigen viele Vereine. Gleichzeitig waren sich die Gesprächsteilnehmenden einig, dass es wichtig ist, Menschen entsprechend ihrer Interessen einzubinden und ihnen Raum zu geben, ihre Fähigkeiten einzubringen – und dabei auch Gruppen anzusprechen, die bisher nicht im Verein vertreten sind.
Zum Abschluss beantworteten die Podiumsgäste die Frage, warum sie sich trotz der Herausforderungen weiter engagieren. Die Antworten machten deutlich, was Ehrenamt auszeichnet: die Freude daran, gemeinsam etwas zu schaffen, die Erfahrung, wirklich etwas bewegen zu können, und das gute Gefühl, Teil einer Gemeinschaft zu sein.
„Ich weiß ganz sicher, dass ich am richtigen Platz bin.“ – Barbara Costanzo
In zwei Werkstätten wurden diese Themen anschließend vertieft. Eine Werkstatt, geleitet durch den neuen Verein LidA – Leben in der Altstadt e.V., beschäftigte sich mit der Frage, wie geeignete Räume für Begegnung geschaffen und besser genutzt werden können. Denn viele Versammlungsstätten sind weggefallen – und Vereine und engagierte Bürger nehmen das Thema in die Hand.
Die zweite Werkstatt, unter Leitung von Burkard Severin aus dem Beirat der Engagierten Stadt Königswinter, sammelte Ideen, wie bürokratische Hürden weiter abgebaut werden können, um Vereinen die Arbeit zu erleichtern. Bereits während der Veranstaltung entstanden neue Kontakte und erste Überlegungen für gemeinsame Projekte – etwa zur Nutzung von Räumlichkeiten oder zu inhaltlichen Kooperationen.
Ehrenamtspreis „Drachenstarkes Ehrenamt“
Den feierlichen Abschluss des Ehrenamtstags bildete die Verleihung des Ehrenamtspreises „Drachenstarkes Ehrenamt“ durch Bürgermeisterin Heike Jüngling. In ihrer Ansprache würdigte sie das Ehrenamt und betonte, dass die Ausgezeichneten stellvertretend für die vielen Menschen stehen, die sich in Königswinter täglich für das Gemeinwohl einsetzen.Ausgezeichnet wurden:
- Karl-Heinz Bluhm für sein langjähriges Engagement in der Heimat- und Brauchtumspflege des Oberhau.
- Ute Schmidt-Küster für ihren vielfältigen Einsatz in der Dorfgemeinschaft und im Vereinsleben von Niederdollendorf.
- Julia Mülhausen, die maßgeblich zum Aufbau der Klimagruppe Königswinter beigetragen hat.
- Den Sonderpreis der Volksbank Köln Bonn erhielt der TuS Ober- und Niederdollendorf für sein herausragendes Engagement für Gemeinschaft und Zusammenhalt, vertreten durch Ulrike Kalisch.
Der Ehrenamtstag 2026 zeigte erneut: Engagement schafft Begegnungen, stärkt den gesellschaftlichen Zusammenhalt und macht Königswinter zu einer lebendigen Gemeinschaft.





